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Logo der Weißen Rose

Warum nennt sich unser Stamm „Weiße Rose”?

Wir tragen diesen Namen, weil wir damit der Widerstandsbewegung „Weiße Rose” gedenken, die unter Lebensgefahr zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufrief. Deswegen haben wir uns auch eine vereinfachte Rose (links) als zusätzliches Symbol zu der Pfadfinderlilie ausgedacht.

1.) Was hat die Widerstandsbewegung „Weiße Rose” gemacht?

In dieser Widerstandsbewegung waren die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst, Willi Graf und Alexander Schmorell aktiv. Unterstützt wurden sie neben Anderen durch den Münchener Professor Kurt Huber.

Die Gruppe gab es von Juni 1942 bis Februar 1943, also nur eine ziemlich kurze Zeit. Jedoch war diese Gruppe in der kurzen Zeit sehr tatkräftig. Sie versuchten durch sechs Flugblätter die sie viele tausendfach kopierten und dann anonym verschickten oder auslegten zu einem gewaltlosen Widerstand gegen Adolf Hitler und seine unmenschliche nationalsozialistische Politik (Nationalsozialist abgekürzt →Nazi) aufzurufen. Deutschland befand sich damals im Zweiten Weltkrieg, aus dem die deutschen Soldaten 1943 nicht mehr als Sieger hervorgehen konnten. Dennoch gab Hitler nicht auf und schickte dadurch immer mehr Soldaten in den Tod. Außerdem ließ Hitler Millionen von Juden, Behinderte und anders Denkende, die ihre Überzeugung öffentlich vertraten, töten. Auch die Mitglieder der „Weißen Rose” waren anders denkend. Wegen der Flugblätter lebten sie in ständiger Gefahr entdeckt zu werden. überall war die Gestapo (Abkürzung für Geheime Staatspolizei), die willkürlich Menschen auf offener Straße und selbst Wohnungen durchsuchen konnte.

Hans Scholl (links), seine Schwester Sophie und Christoph Probst
Hans Scholl (links), seine Schwester Sophie und Christoph Probst
Sophie und Hans wollten am 18. Februar 1943 an der Universität München, an der sie studierten, tausende Kopien des sechsten und letzten Flugblattes auslegen. Sie wurden jedoch von einem Hausmeister beobachtet. Er übergab sie der Gestapo, die die Beiden festnahm. Kurz darauf wurde auch ihr Freund Christoph Probst festgenommen. Nachdem die drei Freunde vier Tage lang getrennt verhört wurden, verurteilte sie der damalige Verfassungsgerichtshof am 22. Februar 1943 zum Tode. Das Urteil wurde am gleichen Tag durch ein Fallbeil vollstreckt. Die restlichen Mitglieder der „Weißen Rose” und die meisten ihrer Unterstützer wurden bis zum Kriegsende 1945 entdeckt und hingerichtet.

Heute gibt es viele Schulen, öffentliche Plätze, Denkmäler eine Stiftung und eben auch unseren Stamm, der an die „Weiße Rose” und ihre Unterstützer erinnern soll.

Man weiß leider nicht genau woher der Name „Weiße Rose” kommt. Es gibt zwei Romane die übersetzt den Titel „Die Weiße Rose” tragen. Es ist wahrscheinlich, dass Hans Scholl sich von einem der Bücher inspirieren ließ.



2.) Wer waren die Mitglieder?

Hans und Sophie Scholl wurden von ihren Eltern zum freien Denken erzogen. Sie schlossen sich später dem Christentum an. Hans hat sich bereits bei der bündischen Jugend engagiert und wurde deshalb von der Gestapo für einige Wochen eingesperrt und ins Arbeitslager geschickt, da die bündische Jugend von den Nazis verboten wurde. Später musste Hans für einige Zeit sein Medizinstudium abbrechen und wie die meisten in seinem Alter als Soldat in den Krieg ziehen. Gerade wegen seiner schlechten Erfahrungen im Krieg an der Ostfront, also gegen Russland, wollte er durch die Flugblätter erreichen, dass der Krieg und die menschenverachtende Politik Hitlers beendet wird. Sophie musste in einem Metallbetrieb Waffen für den Krieg herstellen. Freunde berichteten den Beiden von Massenmorden in Polen und Russland. Sophie trat erst später der von ihrem Bruder mitgegründeten „Weißen Rose” bei. Als Hans und Sophie hingerichtet wurden waren sie gerade einmal 24 und 21 Jahre alt.

Willi Graf und Alexander Schmorell studierten wie Hans Medizin und wurden zusammen mit ihm als Sanitäter an der Ostfront eingesetzt. Willi war im katholischen Schülerbund und einer verbotenen bündischen Jugend aktiv, jene brachte auch ihm eine Verhaftung ein. Neben den Flugblättern schrieben Hans, Willi und Alexander, ähnlich den heutigen Graffitis, Sprüche an Hauswände, z.B. „Nieder mit Hitler” oder „Freiheit”. Willi und Alexander wurden einige Monate nach dem Tod von Hans, Sophie und Christoph ebenfalls hingerichtet.

Christoph Probst trat auch erst später der Weißen Rose bei. Er kam wie Hitler aus Österreich, das damals an das Deutsche Reich angegliedert wurde. Christoph musste auch als Soldat dienen, er war jedoch nicht in der gleichen Kompanie wie Hans, Willi und Alexander. Jedoch waren Alexander und Christoph bereits Schulfreunde. Christoph schrieb einen Entwurf für ein siebtes Flugblatt. Da Hans es unglücklicherweise bei seiner Verhaftung mit sich trug, wurde Christoph kurz darauf ebenfalls verhaftet. Christoph hatte eine Frau und war junger Vater von drei Kindern. Hans und Sophie versuchten noch vor Gericht die Schuld auf sich allein zu nehmen, um mit Rücksicht auf die Familie von Christoph zu verhindern, dass er zu Tode verurteilt wird. Er wurde dennoch zusammen mit Hans und Sophie am gleichen Tage hingerichtet.

Professor Kurt Huber lehrte Psychologie an der Universität München und unterrichtete Hans und Christoph. Außerdem war er ein anerkannter Volksliedforscher der es jedoch ablehnte für die Nazis Kampflieder zu komponieren. Er hatte eine leichte körperliche Behinderung, die jedoch kaum auffiel. Diese nutzten die Nazis um ihm eine Stellung als sogenannten ordentlichen Professor zu verwehren. Später unterstützte Professor Huber die Mitglieder der „Weißen Rose” beim Schreiben der Flugblätter. Er verfasste das sechste und letzte Flugblatt allein. Auch er wurde ein paar Monate nach dem Tod von Hans, Sophie und Christoph hingerichtet.

Neben dem engeren Kreis der „Weißen Rose” gab es noch etwa ein Dutzend weiterer Unterstützer. Die Widerstandsgruppe konnte so beispielsweise Druckeranlagen und Verstecke für die Flugblätter nutzen. Viele der Unterstützer wurden noch bis zum Ende des Krieges zum Tode verurteilt.


„Ich würde alles genau so wieder machen.”
Sophie Scholl


von Erwin
DPSG Stamm Weiße Rose 06/06/02  |  Impressum  |  Anfahrt